Der Spiegel hat in der aktuellen Ausgabe Nr.13/28.3.11 auf Seite 102, ein Interview mit Milan Sapina, Bruder des wegen Wettmanipulation angeklagten Zockers Ante Sapina, veröffentlicht.
Aussagen Sapinas:
- Jeden Tag werden Spiele manipuliert
- Quoten sagen viel aus (+ Beispiel)
- EM 2004 wurde manipuliert
Das vollständige Interview:
SPIEGEL: Seit voriger Woche läuft vor dem Landsgericht in Bochum der Prozess gegen Ihren Bruder. In den Gerichtsakten finden sich rund 300 Fussballspiele, die unter Manipulationsverdacht stehen. Glauben Sie, dass immer noch Spiele verschoben werden?
Sapina: Vermutlich jeden Tag. Beweise habe ich aber keine. Dafür bin ich nicht mehr nahe genug dran an der Wettszene.
SPIEGEL: Sie sind Betreiber des Berliner Cafe King, das durch den Wettskandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer Berühmheit erlangte, und wurden 2005 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wegen einer Manipulationsbeteiligung. Ist das nicht nahe genug?
Sapina: Früher habe ich mich sehr stark mit der Wettszene befasst und auch häufiger von Manipulationen gehört. Heute schaue ich mir nur noch gelegentlich die Quotenverläufe an, die aus meiner Sicht aber sehr geeignet sind, um Gerüchte und Vermutungen zu deuten.
SPIEGEL: Was können Quoten aussagen?
Sapina: Sehr viel. Vor einigen Monaten habe ich mal eine Partie in der zweiten italienischen Liga beobachtet. Vor dem Spiel ist die Quote für ein Unentschieden von 3,3 auf 1,1 gefallen. Normalerweise bleiben die Quoten für Unentschieden immer bei circa 3,3.
SPIEGEL: Was kann das bedeuten?
Sapina: Je mehr Leute von einer Absprache wissen udn deshalb auf ein Spiel wetten, desto schlechter ist die Quote.
SPIEGEL: Sie glauben, es wurde manipuliert?
Sapina: Es kursierten vor der Partie im Internet viele Gerüchte, die alle ein Unentschieden vorhersagten. Und am Ende ging das Spiel 3:3 aus.
SPIEGEL: Haben Sie sich im Verlauf Ihrer Zockerkarriere auch mal verkalkuliert?
Sapina: Bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal. Damals war ich in Fatima, einem portugiesischen Pilgerort. Ich hörte damals, dass eine bestimmte Partie 2:2 ausgehen würde. Aber ich habe das nicht gegblaubt, da ich davon überzeugt war, dass so etwas bei einer EM nicht passieren kann.
SPIEGEL: Und?
Sapina: Ich habe sehr hoch auf dieses Spiel gewettet, jedoch auf den Sie einer der beteiligten Mannschaften - und ich habe viel Geld verloren, denn die Partie ging tatsächlich 2:2 aus
SPIEGEL: Wie haben Sie reagiert?
Sapina: Ich hatte während der Wallfahrt eine Meterhohe Marienfigur für meine Mutter gekauft. Die wäre fast im Fernseher gelandet, ich konnte mich gerade nich zurückhalten.








































